Großbritannien befindet sich in tiefer Trauer. Nur wenige Wochen nach ihrem 70. Thronjubiläum, das die Briten mit großer Freude gefeiert hatten, ist die Queen verstorben. Das Leben im Vereinigten Königreich wird in den nächsten Tagen an Spannung und Tempo verlieren, auch die poltitischen Auseinandersetzungen. Erste Reaktionen gab es bereits wenige Stunden nach der Nachricht, denn die Gewerkschaften haben die Streiks bei der Royal Mail, die für diesen Freitag geplant waren, abgesagt. Auch die Streiks bei den Eisenbahnen, die für den 15. und den 17. September angekündigt waren, werden nicht durchgeführt. Noch vor wenigen Tagen hatten einige Gewerkschaften zusätzliche Streiktage angekündigt.

///// HANDEL NATIONAL
Tegut und Lieferando starten in Darmstadt ihr Kooperation
Tegut hat neben Amazon einen neuen Partner für Lieferdienste gefunden. Auf der Plattform von Lieferando können die Kunden in Darmstadt nun Waren aus dem Tegut-Sortiment bestellen, die Lieferung soll innerhalb von 45 Minuten erfolgen, versprechen die beiden Partner. Die Lieferungen seien zwischen 11.30 und 20.30 Uhr möglich, die Liefergebühr betrage 1,99 Euro. Die Bestellungen seien ab 7.00 Uhr möglich, die Kunden könnten die Lieferzeit auf die Viertelstunde limitieren. Nach dem Start in Darmstadt soll es im Oktober in Frankfurt am Main weiter gehen, mittelfristig sei ein Ausbau auf andere Regionen geplant.

Gorillas startet Multichannel-Kampagne
Mit Hilfe einer "humorvollen Bildsprache" will Gorillas die Kunden zum Nachdenken bewegen. Die neue Multichannel-Kampagne des Lieferdienstes steht unter der Überschrift "Wir liefern deinen Einkauf, du machst dein Ding" und soll sich sowohl an junge Kunden und Familien richten. Gorillas verfolgt den Ansatz, dass die Kunden ihre Zeit für wichtige Dinge des Lebens nutzen könnten und nicht im Supermarkt verlören. Präsentiert werde die Kampagne in den sozialen Medien, dazu käme der Einsatz von klassischen und digitalen Out-of-Home-Medien in Berlin, Köln, Düsseldorf, München und Hamburg.

Schwaches zweites Quartal für den E-Commerce
Nach den Zahlen des neuen Xentral-Barometers musste der E-Commerce mit einem Rückgang von acht Prozent kämpfen, in den ersten drei Monaten des Jahres war es noch um vier Prozent nach oben gegangen. Der Anbieter einer Plattform für Automatisierung sieht aber eine gegenläufige Entwicklung für die großen Anbieter und die umsatzschwächeren Unternehmen. So hätten die umsatzstarken Anbieter Zuwächse von bis zu 50 Prozent erzielt, bei den Unternehmen auf der anderen Seite der Umsatzschiene sei es dagegen um bis zu 53 Prozent nach unten gegangen. Bei den Produktgruppen lägen im zweiten Quartal die Unterhaltungselektronik, Lebensmittel oder Produkte aus dem Bereich Haus und Garten vor Luxusprodukten. Der Warenkorb sei beim Blick auf die Höhe des Wertes im zweiten Quartal stabil geblieben, er enthalte aber weniger Waren.

Schenker steht vor dem Verkauf
Die Bundesregierung hat wohl einem Verkauf der Logistiktochter der Deutschen Bahn, Schenker, zugestimmt, meldet die Wirtschaftswoche. Einen entsprechenden Beschluss gebe es von einer Arbeitsgruppe von Bund und Bahn. Erforderlich sei nun eine Entscheidung des Aufsichtsrats, möglich sei dann ein Verkauf oder ein Börsengang. Die Umsetzung könne aber auch erst 2024 erfolgen. Vom zuständigen Ministerium und dem Unternehmen gebe es keine Stellungnahmen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Der Schiffstau wird länger
Die Lieferketten nach Deutschland sind immer noch von Störungen in der internationalen Seefracht betroffen. Seit Wochen stauen sich die Containerschiffe in der Nordsee, nun ist die Schlange nach den jüngsten Zahlen des Kiel Trade Indicator des Kiel Institut für Weltwirtschaft länger geworden. So seien nun rund elf Prozent der verschifften Ware nicht beweglich, für zwei Prozent der globalen Frachtkapazität gebe es keine Möglichkeiten für Be- oder Entladung. In der Deutschen Bucht lägen 19 Schiffe fest, ein Anstieg um zwei Frachter gegenüber der Erhebung 14 Tage zuvor. Damit sei der höchste Stand bisher erreicht. Nach oben gehe es auch in einigen Häfen der US-Ostküste, in China werde der Stau zyklisch bedingt kürzer.

Amazon sendet nicht verkaufte Ware zurück
Amazon hat den Händlern auf dem britischen Marktplatz angekündigt, dass ihre nicht verkaufte Ware an sie zurückgesendet wird. Um in den Lagerzentren Platz für das vierte Quartal zu schaffen, soll der Rückversand am 15. September beginnen, berichtet Channel X. Wenn die Händler keine Adresse dafür hinterlegt hätten, könne es zur Entsorgung der Ware kommen. Die Rücksendung umfasse Produkte, die mehr als 365 Tage gelagert seien. Nach Angaben von Amazon würden die Partner damit unterstützt, da für sie damit Zuschläge für eine längere Lagerung entfielen.

Cazoo stellt den Verkauf in Europa ein
Der Online-Autohändler Cazoo unterzieht den internationalen Verkauf einem deutlichen Schnitt. Ende des Jahres wird der Handel in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien eingestellt, berichtet Internet World. Der britische Anbieter habe in anderen europäischen Ländern schon länger Probleme gehabt und sich keine ausreichende Bekanntheit aufbauen können. In den vergangenen Wochen sei nach hohen Verlusten in der ersten Jahreshälfte ein Sparprogramm eingeführt worden. In Zukunft gehe es dann nur um den britischen Markt, das Ziel für 2023 sei die Gewinnzone.

E-Commerce überholt Online-Videospiele in Südostasien
In Südostasien ist es zu einer Verschiebung bei der Internetnutzung gekommen. Nach einer Meldung von Tech in Asia auf den Grundlagen des neuen Sync Report von Meta and Bain & Company liegt der Online-Handel auf Platz vier der beliebtesten Aktivitäten an Rechner und Handy. An der Spitze stünden weiterhin die sozialen Medien, Video-Streaming und der Versand von Nachrichten. Dann hätten von 2020 zu 2021 Online-Handel und Online-Spiele die Plätze getauscht. Als einen Grund gäben die Analysten an, dass Shopping immer stärker mit Unterhaltung verknüpft werde und nicht mehr als eine Notwendigkeit, sondern als ein Vergnügen angesehen werde. Insgesamt werde bis 2026 in der Region mit einem Umsatzvolumen von 254 Milliarden US-Dollar gerechnet, als größte Märkte würden Indonesien (109 Milliarden US-Dollar) und Vietnam (56 Milliarden) erwartet.



///// TRENDS & TECH

Ebay verleiht Awards in sechs Kategorien
Zum fünften Mal hat Ebay in diesem Jahr sechs Händler mit den Ebay Awards ausgezeichnet. Eine Jury aus sechs Personen hat aus rund 800 Bewerbungen die Gewinner in den sechs Kategorien "Nachhaltiges Unternehmen", "Durchstarter*in", "Lokalheld*in", "Jungunternehmer*in", "Soziales Unternehmen" und "Online-Händler*in" der ersten Stunde verteilt, teilt der Online-Marktplatz mit. Die Übergabe der Auszeichnungen, zu denen ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro gehört, erfolgte im Rahmen der Ebay Open 2022. In Zusammenarbeit mit dem HDE vergibt Ebay dort an Städte und Regionen, die Teil der Initiative "Ebay Deine Stadt" sind, den Lokaler Handel Award. In diesem Jahr ging die Prämie an die Städte Marburg und Chemnitz.

Zahlreiche Störungen der Lieferketten durch Ransomware
Die Lieferketten der Unternehmen hierzulande werden nicht nur durch die globalen Probleme gestört, nach Angaben von Trend Micro gehören auch verstärkt Angriffe durch Ransomware zu den Gefahrenquellen. Nach den Zahlen einer neuen Studie hätten 43 Prozent der befragten deutschen Unternehmen angegeben, dass Partner innerhalb der Lieferkette davon betroffen gewesen seien. 75 Prozent befürchteten, dass ihr Unternehmen durch die Lücken in der Kette ein attraktives Ziel für Cyberangiffe darstelle. Problemtisch sei, dass nur 25 Prozent ihre Informationen weitergeben würden und sich mit ihren Partnern über mögliche Gefahren abstimmten. Aber nur 20 Prozent der Unternehmen seien überhaupt in der Lage, die Angriffe selbst zu erkennen.

Shavent: Wie ein Vater-Tochter-Start-up die Rasur nachhaltiger - und günstiger - machen will
Ein Aufritt in "Die Höhle der Löwen" bescherte Shavent im vergangenen Herbst einen wahren Nachfrageboom, in wenigen Wochen verkauften Armin Seidel und Romy Lindenberg eine fünfstellige Zahl ihrer plastikfreien Schwingkopfrasierer, die statt mit Wechselköpfen mit klassischen Halbklingen funktionieren. Etailment stellt das Familien-Start-up vor, das bald auch britische Badezimmer erobern will.


///// NACHHALTIGKEIT

Lufthansa Cargo setzt recycelte Kunststofffolie ein
Mit einer neuen recycelten Kunststofffolie will Lufthansa Cargo den Verbrauch der Folien, die zum Schutz der Fracht benötigt werden, insgesamt verringern. Die Folie verfügt nach Angaben der Frachtairline über einen Anteil von zehn Prozent recyceltem Kunststoff und ist ein Mikrometer dünner als bisher genutzte Folien. So sei es möglich, pro Flug rund zwei Kilogramm einzusparen. Der Einsatz könne nach Tests an einigen Stationen und der Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern von Mitte September an erfolgen und bringe die Airline dem Ziel der Kreislaufnutzung der Folie näher. Ende des Jahres solle dann zusätzlich die Nutzung der Folien des Herstellers Verpa folgen. Sie enthielten einen Recyclinganteil und seien biologisch abbaubar.