Das Start-up Tracks will LKWs einfacher und kostengünstiger miteinander verkuppeln, so dass mehrere Fahrzeuge in sehr geringem Abstand hintereinander fahren können. Das soll sich positiv auf Umwelt, Sicherheit und Flottenmanagement auswirken.

Wenn zwei oder mehr LKW sich über digitale Kupplungen miteinander verbinden und dadurch eng fahrende Kolonnen bilden, spricht man von Platooning. Obwohl die technologischen Herausforderungen von Platooning längst gelöst sind, gibt es laut Jakob Muus noch keine Platooning-Technologien auf dem europäischen Markt.

Den Grund dafür sieht der Gründer und CEO von Tracks for Trucks schlicht darin, dass noch kein adäquater Platooning-Service entwickelt wurde: "Die Planung von Platoons innerhalb einer Flotte ist komplex und mit einem enormen Koordinationsaufwand verbunden. Die Planung von Zügen über Flotten hinweg ist ohne einen dafür entwickelten Platooning Service praktisch unmöglich".

Daher machte sich der gebürtige Däne mit seinem Team im Januar 2018 selbst daran, einen Platooning-Service für LKW zu entwickeln.

 
Durch ein Echtzeit-Matchmaking ermöglicht Tracks Platooning-fähigen LKWs sich während der Fahrt zu finden und zu verbinden. Sobald ein Platoon geformt ist, berechnet der Service wie viel Kraftstoff gespart wird. Nach Beendigung des Platoons wird Geld von den hinteren LKW zum vorderen LKW transferiert, um die Ersparnisse zu teilen. Der Ausgleich soll absichern, dass der vordere Fahrer andere LKWs, die im Zweifel aus einer konkurrierenden Flotte kommen, im Windschatten fahren lässt. 
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"Wir sind wie Tinder für Trucks – wenn Tinder auch erlauben würde, dass man die Restaurantrechnung nach dem ersten Date teilt", erläutert Muus.

Platooning bringt dabei nicht nur monetäre Ersparnisse mit sich. Viele Produktions- und Retail-Unternehmen arbeiten daran die CO2-Bilanz zu verbessern. Platooning hilft auf diesem Weg: Durch das Fahren im Windschatten lassen sich die CO2-Emissionen der gesamten Flotte um 7 Prozent verringern, ohne Geschäftsprozesse ändern zu müssen. Experten sind zudem überzeugt, dass sich durch Platooning LKW-Unfälle reduzieren lassen und mehr Platz auf Autobahnen geschaffen wird. 

 Im Dezember vergangenen Jahres wurde Tracks als eins von fünf Gründerteams in das sechsmonatige Programm des Hamburger Next Logistics Accelerators aufgenommen. Mit professioneller Unterstützung können Gründer Muus und sein Team hier weiter am Geschäftsmodell pfeilen und die Weichen für die nächsten Wachstumsschritte des Unternehmens stellen. Innogy Ventures sind bereits als Investor mit an Bord.

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