Nicht jede Überraschung begeistert: Amazon reduziert in den USA die Provisionen. Auch MediaSaturn ist nicht ganz glücklich über die Lockerung der Ladenöffnungen. Dafür will die Genossenschaftliche Finanzgruppe mit ihrem Gutschein Verkaufsportal mit Absicherung Handel wie Beschenkte beglücken.

//// HANDEL& POLITIK
Zahle jetzt, genieße später
In allen Branchen werden aktuell Gutscheine forciert, um damit dem leidenden Einzelhandel Umsatz zuzuspielen. Ein neuer Vorstoß kommt von der Genossenschaftlichen Finanzgruppe. Sie hat das bundesweite Gutschein-Verkaufsportal "VR-ExtraPlus Hilft" aus der Taufe gehoben. Händler, Friseure, Cafes können sich dort registriere und Gutscheine verkaufen. Das Besondere: Jeder verkaufte Gutschein ist durch die R+V insolvenzgesichert.

Gutscheine von Instagram
Auch Instagram schafft für Händler und Gastronomen neue Möglichkeiten, direkt ihr Profil oder eine Geschichte mit "Stickern" zu verknüpfen. Drei Stickervarianten sind möglich: Geschenkgutschein, Essen bestellen oder Spenden.

MediaMarkt-Saturn will sich zur Not verkleinern
MediaMarkt-Saturn ist, wenn man so will, einer der Verlierer des gelockerten Lockdowns. Denn weil ab Montag nur Läden bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche wiedergeöffnet werden dürfen, müssen die Filialen des Elektronikhändlers geschlossen bleiben - weil allesamt zu groß. Die Entscheidung wird von einer Unternehmenssprecherin als "schwer nachvollziehbar" und nicht nur unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes "für ungeeignet" eingestuft. "Vielmehr stellt sie eine unverhältnismäßige Benachteiligung größerer Handelsflächen dar und führt zu einer deutlichen Wettbewerbsverzerrung", heißt es auf Anfrage von etailment. Für MediaMarkt-Saturn habe Schutz von Kunden und Mitarbeitern oberste Priorität, weswegen das Unternehmen bereits umfangreiche Hygienemaßnahmen ergriffen habe, die in allen Märkten greifen würden, sollten diese wieder eröffnet werden dürfen. Unabhängig davon werde derweil geprüft, inwieweit in den Märkten vorübergehend kleinere Flächen abgetrennt werden können. Die Verkaufsflächen des Elektronikhändlers reichen von 1.000 bis 18.000 Quadratmeter.

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Aldi zeigt "Herz für Helfer"
Für Lebensmittelhändler ist die Corona-Krise bisher alles andere als eine Krise. Vielleicht erklären die derzeit guten Umsätze auch die neue Solidarität der der Unternehmen. Gestern verkündete Rewe, wie man mit dem eigenen Lieferdienst dem gestressten Klinikpersonal entgegenkommen will. Heute ist Aldi Süd an der Reihe. Der Discounter spendet 40.000 Flaschen Desinfektionsmittel an Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen "Mit Herz für Helfer" heißt die Aktion, die ab Ende April gestartet wird und von der 50 Einrichtungen profitieren sollen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass Aldi Süd sich in dieser Krise bereits vielfältig engagiert. Das Programm wird auf der Website aldi-sued.de/de/infos/gemeinsam-geht-alles dokumentiert.

Penny unterstützt "Die Tafel"
Nach dem Motto 5 Euro bezahlen, 10 Euro spenden, können Onlinekunden ab sofort bei Penny einen Gutschein für "Die Tafel" ordern. 

Statt Kantine
Keine Häppchen mehr bei Meetings, die Kantine ist für Home office Mitarbeiter unerreichbar geworden. Jetzt will Heycater mit "Eat" in Berlin diese Zielgruppe versorgen. Je nach Stadtteil gilt eine andere Auswahl. Statt dem Kantinenessen können Unternehmen nun diese Lieferungen subventionieren. 

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Der Griff zur Flasche
"Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör". Diese zeitlose Weisheit von Wilhelm Busch bewahrheitet sich auch in dieser Krise. Aktuell ist jedoch Wein statt Likör gefragt. Nachdem die Sorgen nicht mehr in der Wirtschaft heruntergespült werden können, tut man es zuhause. Der Lebensmitteleinzelhandel wie der Onlinehandel profitieren davon, weiß Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim. Bei weine.de hätten sich die Bestellungen von Weinen bis zu zehn Euro nahezu verdoppelt.

Pakete dauern länger

Der Boom der Onlinebestellungen setzt Paketdienstleister zunehmend unter Druck. Als Reaktion werden bei DHL offenbar Abholfahrten bei Händlern storniert berichtet Channelpartner. Bei DPD wiederum verzögern sich demnach die Abfertigung in den Verteilzentren.

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//// INTERNATIONAL
Amazon reduziert
Trotz der aktuell großen Nachfrage kappt Amazon in den USA die Provisionen der Affiliates. Entsprechend CNBC sollen ab dem 21. April die Provisionen deutlich kleiner ausfallen, wie hoch ist von Segement zu Segment unterschiedlich. In der Kategorie "Furniture, Home, Home Improvement, Lawn & Garden, Pets Products, Pantry" schüttet Amazon zukünftig nicht mehr acht Prozent, sondern nur noch drei Prozent aus. Auch die Sparte "Grocery" hat es hart getroffen – statt fünf Prozent gibt es nur noch ein Prozent.

Amazon schließt
Ein Gerichtsbeschluss in Frankreich hat bei Amazon Aktivitäten ausgelöst. Seit heute bis Ende der Woche bleiben die Lager und Logistikzentren geschlossen. In diesen Tagen will Amazon die Hallen reinigen und "die Risiken neu zu bewerten", berichtet der Spiegel Online. Amazon war vorgeworfen, seine Mitarbeiter in der Corona-Krise nicht ausreichend zu schützen.

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