Online suchen, offline kaufen: Mit der passenden Location-Marketing-Strategie  können Händler zielgerichtet die Laufkundschaft erreichen. Dabei sollten sie kein wichtiges Verzeichnis ignorieren.

Gut 80 Prozent der Konsumenten informieren sich laut PwC online, um offline Geld auszugeben. Die Zahl der lokalen Suchanfragen wächst seit Jahren rasant. Also ist ein jeder stationärer Händler gut beraten, im Internet maximal sichtbar zu sein.

"Lokale Geschäfte müssen den Onlinehandel nicht fürchten. Sie sollten vielmehr ihre Location-Marketing-Strategie zur Chefsache machen, um die Laufkundschaft zu erreichen", ist auch Florian Hübner, Gründer und Geschäftsführer des Location-Marketing-Anbieters Uberall, überzeugt. "Dazu gehören einheitliche Einträge für jeden Standort auf allen wichtigen Online-Plattformen, um von mehr kaufbereiten Konsumenten gefunden zu werden."

Steuerung Location Marketing
© Uberall
Steuerung Location Marketing
Für Local SEO, also lokale Suchmaschinenoptimierung, ist seiner Erfahrung nach ein maßgeblicher Faktor, in möglichst vielen Verzeichnissen und anderen Plattformen Angaben zu Namen, Adresse und Telefonnummer zu machen. "Dabei darf man nicht vergessen, dass die Genauigkeit und Einheitlichkeit dieser Informationen in sämtlichen Profilen und Einträgen unheimlich wichtig ist", so Hübner. Wenn beispielsweise die Öffnungszeiten nicht korrekt angegeben werden, könnten Kunden schon mal vor verschlossenen Türen stehen. 

Google

Die unangefochtene Nummer Eins der Online-Verzeichnisse ist natürlich Google: "Mit 43 Milliarden monatlichen Aufrufen weltweit und rund 60 Millionen individuellen Besuchern pro Monat in Deutschland kommt kein Händler an Google vorbei, wenn er gefunden werden will", weiß der Marketingspezialist. "Kurz gesagt ist Google My Business der erste Ort, an dem man sein Unternehmen eintragen sollte."

Hinzu komme, dass der Nutzer inzwischen bei dem Google-Eintrag auch angezeigt bekommt, wie viele Leute gerade im Laden sind. "Außerdem gibt es inzwischen auch Bewertungsmöglichkeiten für Geschäfte, ein Händler kann besser darauf reagieren, wenn er Google im Blick hat."

Gute Gründe für Google:

● Es ist die meistbesuchte Website in Deutschland und weltweit
● Es ist die am häufigsten genutzte Plattform für Konsumenten, die Waren und Dienstleistungen in ihrer Umgebung kaufen möchten
● 51 Prozent der Verbraucher nutzen Google-Bewertungen als Grundlage für ihre Kaufentscheidungen
● Unternehmen können die wichtigsten Suchbegriffe von Kunden ranken
● Unternehmen können in Google Maps gefunden werden
● Hohe Datengenauigkeit kann das Ranking in den Suchergebnissen verbessern
● Positive Kundenbewertungen können das Ranking in den Suchergebnissen verbessern
● Kostenlose Analyse-Tools für Ihre Google-Performance und Nutzerinteraktionen

Facebook

Wie bei Google können lokale Unternehmen auch bei Facebook kostenlose Profile erstellen und mit Konsumenten aus der Region in Kontakt treten. "Facebook hat jeden Monat 23 Milliarden Aufrufe und etwa 47 Millionen individuelle Besucher in Deutschland", berichtet Hübner. "Hinzu kommt, dass Facebook die größtmögliche Domain Authority hat, die die Suchmaschinenoptimierung unterstützt, und die Möglichkeit bietet, Werbung mit Zielgruppenansprache zu erstellen."

Auch wenn manche Facebook als zu verspielt wahrnehmen und das Soziale Netzwerk nicht in ihr lokales Marketing-Portfolio aufnehmen wollen: „Das ist, als ob man nicht auf die Titelseite will“, warnt Hübner. Darüber hinaus sei das Netzwerk eine der wichtigsten Plattformen für Kundenkommunikation und Werbeaktionen.

Gute Gründe für Facebook

● 47 Millionen Besucher pro Monat in Deutschland
● Starke Domain Authority der Website unterstützt die Suchmaschinenoptimierung
● 35 Prozent der Verbraucher nutzen Facebook-Bewertungen als Grundlage für ihre Kaufentscheidungen
● Es ist extrem nützlich für Werbung mit Zielgruppenansprache
● Nutzer können über die Facebook-Seite direkt Kontakt mit Unternehmen aufnehmen
● Unternehmen können Neukunden auf ihre Website leiten
● Nutzer können Unternehmens-Updates kommentieren oder sie sogar teilen – so erreicht das Unternehmen potenziell viele weitere Kunden durch Mundpropaganda
● Menschen verbringen weitaus mehr Zeit auf Facebook als auf den meisten anderen Plattformen, durchschnittlich 12 Minuten pro Besuch
● Facebook bietet Analyse-Tools für genaue Zielgruppenansprache

Gelbe Seiten

Gelbe Seiten mag sich als Verzeichnis etwas antiquiert anhören. Aber: "Das ist das führende Online-Branchenbuch Deutschlands und bezeichnet sich selbst als Deutsche Unternehmensdatenbank", sagt Hübner. Diese umfasse insgesamt 4 Millionen Geschäftseinträge von Unternehmen aller Größen sowie Selbstständigen und Freiberuflern.

"Jetzt könnte man vielleicht einwenden, dass rund 4 Millionen monatliche Besucher nicht besonders viel sind, im Vergleich zu Google und Co. Aber jeder, der die Gelben Seiten aufsucht, will einen lokalen Dienstleister oder Händler finden und ist bereit, Geld auszugeben", argumentiert der SEO-Experte.

Einträge enthalten neben den üblichen NAP-Daten (Name, Adresse, Telefonnummer) auch direkte Kontaktmöglichkeiten und Informationen zu Produkten und Services. Jeden Monat nutzen zwischen 3 und 5 Millionen Deutsche die Onlineplattform.

Location Marketing auf einen Blick
© Uberall
Location Marketing auf einen Blick

Gute Gründe für Gelbe Seiten

● Die Standorteinträge sind kostenlos und einfach zu erstellen
● Unternehmer sprechen kaufbereite Nutzer an, die gezielt nach lokalen Geschäftsinformationen suchen
● Die Standorte können sich mit hilfreichen Kontaktinformationen, aktuellen Öffnungszeiten, einer Firmenbeschreibung sowie Kundenbewertungen darstellen
● Direkte Verlinkung mit der Unternehmensseite
● Gelbe Seiten hat als Informationsquelle eine lange Tradition und ist in gedruckter Form nach wie vor in Postfilialen erhältlich und wird in viele Haushalte geliefert

Apple Maps

Immer wieder unterschätzt wird auch Apple, beobachtet Hübner: "Neben Google Maps ist Apple Maps der wichtigste Kartendienst in Deutschland. Das ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Apple iOS das zweitbeliebteste mobile Betriebssystem in Deutschland und Apple Maps die Standard-Kartenapp auf 1,3 Milliarden aktiven Apple-Geräten weltweit ist." Da so ein iPhone nicht gerade günstig ist, erreiche ein Händler Premiumkunden, also "Kundschaft, die man haben möchte", so Hübner.

Uberall Location Marketing

Unternehmen, die sich bei Apple Maps Connect anmelden, können sowohl die URL ihrer Website als auch ihre Facebook-, Twitter- und Yelp-Profile einbeziehen.

Gute Gründe für Apple Maps

● Unternehmen erreichen auch iPhone-, iPad- und MacBook-Nutzer (iPhones machen 23 Prozent des deutschen Gesamtabsatzes von Smartphones aus)
● Ihr Unternehmen kann für Siri (also die Sprachsuche) optimiert werden
● Maps wird häufig von Verbrauchern verwendet, die sofort einen Kauf an einem lokalen Standort tätigen möchten
● Das verfügbare Einkommen von Apple-iOS-Nutzern ist üblicherweise höher als das von Android-Nutzern

Bing

Kaum ein Unternehmer hierzulande habe Bing auf dem Schirm. Ein Fehler, ist Hübner überzeugt: "In Deutschland mag Bing vielleicht nicht so beliebt sein wie in den USA, doch auch hierzulande ist die Microsoft-Lösung die zweitbeliebteste Suchmaschine, sowohl auf Desktop- als auch Mobilgeräten." Viele Konsumenten merken nicht einmal, dass sie Bing benutzen.

Aufgrund von Googles dominantem Marktanteil dächten viele deutsche Unternehmen, dass ein Eintrag bei Bing Places nicht wichtig ist. „Die Tatsache, dass viele Unternehmen Bing ignorieren, verschafft einem lokalen Händler damit eine ideale Gelegenheit, sich nachhaltig in den besten Suchergebnis-Rankings zu platzieren“, argumentiert der Uberall-Gründer.

Gute Gründe für Bing

● Zweitbeliebteste Suchmaschine in Deutschland
● Bings Zielgruppe ist tendenziell etwas älter (zumeist 55-64 Jahre) und verfügt über ein höheres Einkommen
● Unternehmen erreichen somit eine noch breitere lokale Zielgruppe

Yelp

Bewertungsportale sind im Internet beliebt. "Obgleich Yelp in den USA weitaus beliebter ist als in Deutschland, hat es eine für die Suchmaschinenoptimierung wichtige große Domain Authority und ist mit mehr als 100 Millionen Aufrufen im Quartal eines der weltweit meistgenutzten Bewertungsportale für Unternehmen", berichtet Hübner.

Die Anmeldung bei Yelp ist für Inhaber kostenlos. Außerdem verfügt die Plattform über Analyse-Tools, durch die Unternehmer beispielsweise die Klicks, Anrufe und Seitenaufrufe ihrer Yelp-Seiten einsehen können.

Gute Gründe für Yelp

● 36 Prozent ziehen Yelp für Online-Bewertungen zu Rate
● Yelp verfügt über eine große Domain Authority – damit haben Yelp-Einträge einen positiven Einfluss auf die Sichtbarkeit der Standorte in Suchmaschinen
● Kaufbereite Nutzer besuchen Yelp, wenn sie sich über Geschäfte in ihrer Umgebung informieren möchten
● Yelp liefert standortbezogene Daten an Alexa und Bing

Optimierung der Onlinepräsenz

"Der erste Schritt bei der Schaffung einer wirksamen lokalen Onlinepräsenz ist, jeden einzelnen Unternehmensstandort auf diesen 6 Plattformen einzutragen", rät Hübner. Der nächste Schritt sei eine Bestandsaufnahme der eigenen Präsenz in anderen relevanten Plattformen und Apps und zu überprüfen, ob die jeweiligen Einträge richtig und die Informationen einheitlich sind.

"Je akkurater die Einträge sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Unternehmen von Kunden gefunden wird, die nach einem Geschäft in ihrer Nähe suchen – und bereit sind, genau jetzt zu kaufen", argumentiert der bekennende Fan der Innenstadt.

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