Immer wieder tauchen junge Unternehmen mit innovativen Ideen auf, bei denen sie sich voll auf die virtuelle Technik konzentrieren.Viele von ihnen konnten sich 2020 gut im Markt positionieren und sich wie Vuframe und Tylko anhand von starken Umsatzzahlen gute finanzielle Grundlagen verschaffen. Dagegen half die digitale Ausrichtung dem Verhandlungssektor während Corona nicht, doch für dieses Jahr sieht Spezialist CTS Eventim wieder einen Hoffnungsschimmer. Bei einigen Plattformen sind es nicht nur Ansätze für gute Aussichten, die Händler erhalten handfeste Neuigkeiten für den Verkauf. Bei Amazon bedeuten sie durch neue Produktauszeichnungen allerdings mehr Arbeit, Hudson's Bay dagegen öffnet sich für neue Partner. Sie können ihre Produkte bald auch besser bei Youtube platzieren, denn hier sind Verkaufsmöglichkeiten der dargestellten Produkte geplant.

///// HANDEL NATIONAL
Vuframe erreicht Rekordzahlen
Nicht nur der Online-Handel hat direkt vom Boom des vergangenen Jahres profitiert, auch die kooperierenden Branchen haben bemerkenswerte Zahlen erreichen können. Dazu gehört auch Vuframe, denn das auf Produktvisualisierung spezialisierte Unternehmen blickt auf ein Rekordjahr zurück. Der Umsatz hat nach Angaben von Gründer und CEO Andreas Zeitler um "mehrere hundert Prozent zugelegt", die Zahl der Kunden sei um 50 auf 150 gewachsen. Im vergangenen Jahr hatte das Regensburger Unternehmen erstmals auch eine Digitalisierung von Messeveranstaltungen übernommen. Er sieht sein Unternehmen durch "die einfachste Lösung am Markt", die cloud-basiert aufgebaut ist und durch die die Objekte unabhängig von der Größe in 3D und im 1:1-Verhältnis dargestellt werden, bestens für weiteres Wachstum gerüstet. So plant er für 2021 eine Verdopplung der Mitarbeiterzahl.

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Digital gerüstet für den Neustart im Einzelhandel
Ein erster Schritt zurück zur Normalität: Mit Click & Meet ist Einkaufen zu vereinbarten Terminen wieder möglich. Dabei unterstützt die Telekom mit der Online-Reservierung von MagentaBusiness POS. So lassen sich kinderleicht Shopping-Termine buchen – auch ohne eigene Website. Die Lösung ist kostenlos verfügbar und schnell einsatzbereit. Mehr

CTS Eventim hofft auf Neustart 2021
Der Ticketvermarkter CTS Eventim setzt auf das Prinzip Hoffnung. Nach einem katastrophalen Jahr mit einem Umsatzeinbruch von rund 80 Prozent hofft Geschäftsführer Klaus-Peter Schulenberg für 2021 auf den Neustart, meldet die Wirtschaftswoche. Er sehe gute Zeichen, erklärt Schulenberg. Seine positiven Erwartungen baue er auf Fortschritte in der Impfkampagne und eine bessere Verfügbarkeit der Schnelltests auf. Der Umsatz sei auf 256,8 Millionen Euro zurückgegangen, heißt es, der Verlust vor Steuern habe ein Volumen von 102 Millionen Euro erreicht. Auch bei den Mitarbeitern habe es Streichungen in Höhe von rund 25 Prozent gegeben. Nun rechnet Schulenberg für die Veranstaltungsbranche mit Konzerten sowie Kultur- und Sportveranstaltungen in den kommenden Monaten und mit einem Rückweg in die Normalität.

Amazon fordert Angabe des Einzelpreises
Amazon verändert wieder einmal die Bedingungen für die angeschlossen Händler. Nach einem Bericht von Tamebay seien sie vom 31. März an verpflichtet, auf den Produkten auch die Einzelpreise anzuzeigen. Dabei könne es sich aber um Stückpreise oder um Preisangaben bezogen auf das Gewicht des Produkts handeln. Sollte diese Angabe aber nicht erfolgen, würden die Angebote nicht mehr angezeigt. Wer die Änderungen nicht vornehme, werde die Produkte auf einer Liste mit dem Hinweis auf die Korrektur (Fix Your Product) finden. Die Katalognummer des Konzerns, die Amazon Standard Identification Number, müsse entsprechend angepasst werden. Die neuen Regeln sollen für die Kategorien Baby-Artikel, Lebensmittel, Wein, Drogerieartikel sowie Tierfutter gelten und für Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien in Kraft treten.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Hudson's Bay startet Plattform
Der kanadische Handelskonzern Hudson's Bay baut seine Online-Aktivitäten aus und startet eine eigene Verkaufsplattform unter dem Namen Thebay.com. Die Zielsetzung für den virtuellen Marktplatz sei der Anschluss von 500 Händlern, berichtet Tamebay. Dort sollen die Kunden Möglichkeiten für nahtloses Einkaufen aus einem größeren Produktportfolio, passend zum Angebot von Hudson's Bay oder mit neuen Produktgruppen, finden. Im Februar hatte der Konzern, der von 2015 bis 2018 Hauptanteilseigner von Kaufhof war, den potenziellen Partnern die Türen für eine mögliche Mitarbeit geöffnet. Hudson's Bay rechne nun damit, schnell auf Trends reagieren, das Angebot ausbauen und weitere Händler innerhalb kürzester Zeit aufnehmen zu können, heißt es weiter bei Tamebay.

Das finanzielle Polster für Tylko wächst
Mit einem kräftigen Umsatzschub und einer Steigerung des Wachstumskapital hat der polnische Möbelhändler Tylko sein finanzielles Polster aufstocken können. Das unorthodoxe Modell des Möbelverkaufs, bei dem die Kunden ihre gewünschten Regalsysteme ausschließlich online zusammenstellen und bestellen, habe im vergangenen Jahr zu einem Umsatz in Höhe von 36 Millionen Euro geführt, ein Anstieg um 132 Prozent, berichtet Exciting Commerce. Die Zahl der Kunden des 2015 gegründeten Unternehmens liege nun bei rund 60.000, 2020 seien mehr als 30.000 Neukunden dazu gekommen. Als wichtigster Absatzmarkt wird Deutschland mit einem Umsatzanteil von 41 Prozent genannt. Den zweiten finanziellen Schub in Höhe von 22 Millionen Euro habe Tylko durch den Abschluss einer Series-C-Finanzierungsrunde mit sechs Investoren erhalten.



///// TRENDS & TECH

Gedruckte Post kommt auch digital
Die Partner Deutsche Post, GMX und Web.de starten am heutigen 24. März einen neuen Service. Die "digitale Kopie" ist als Ergänzung der "Briefankündigung", bei der die Kunden per E-Mail über eingegangene Briefe informiert werden, aufgebaut. Nun erhalten die Kunden darüber hinaus auf Wunsch eine E-Mail mit einem Foto des Briefumschlags und einem PDF mit dem Inhalt des Schreibens. Die Anmeldung erfolgt über die Nutzerkonten der E-Mailkunden. Sie müssen sich für die Datenerhebung im Rahmen der Briefankündigung registrieren und ihr zustimmen, des weiteren ist die ausdrückliche Zustimmung zur Datenverarbeitung für die Erstellung und Zustellung der Digitalen Kopie erforderlich. Diese Zustimmung muss auch von der Absendern vorliegen, die technische Umsetzung liegt bei der Deutschen Post. Eingesetzt wird nach Unternehmensangabe für den Versand eine "durchgehende Transportverschlüsselung", die E-Mails erhielten für den Transport signierte Zertifikate.

Youtube verknüpft Videos und Werbung
Eine automatisierte Produktkennung, das soll der neue Vermarktungsweg sein, mit dem Youtube in Zukunft die Videos auch für Werbezwecke nutzen will. Momentan läuft nach einem Bericht von Onlinemarketing eine Testphase mit entsprechenden technischen Anwendungen. Im Verlauf der Videos werde dann automatisch eine Liste der dort genutzten Produkte erstellt und gezeigt, dazu soll es auch Informationen über vergleichbare Produkte geben. Geplant sei dann auch eine direkte Kaufmöglichkeit von der Videowebseite aus. Zum Start werde die neue Funktion aber nur auf dem US-amerikanischen Markt eingesetzt.

Wettlauf um die schnellste Lieferzeit
In den nächsten Monaten könnte es zwischen den Online-Händlern und den Omnichannel-Händlern zu einem Wettrennen kommen. Das Ziel ist eine neue Bestzeit, die schnellste Lieferzeit zum Kunden. Die Omnichannel-Anbieter hätten gute Chancen für einen besseren Kundenservice, lautet eine Prognose bei Onlinehändlernews. Nach den Ergebnissen einer neuen Studie von Kurt Salmon / Accenture Strategy hätten die Online-Händler mit einer Lieferzeit von fünf Tagen einen Rückstand von rund 20 Prozent. Nur 45 Prozent der Online-Modehändler konnten ihre Waren innerhalb von vier Tagen liefern. Als Grund sehen die Analysten eine Verschiebung der Logistikkapazitäten zum E-Commerce. Im Modehandel hat sich die Rate der Anbieter, die Click&Collect nutzen, seit dem Start 2020 bis heute von 61 auf 77 Prozent verschoben. Hier liege die Lieferzeit bei einer Quote von 4,4 Tagen. Der weiter andauernde E-Commerce-Boom fordere von den Online-Händlern einen weiteren Ausbau der Logistiksysteme, stationäre Händler sollten die Chance des E-Commerce aber nicht an sich vorbei ziehen lassen.