Designerin Jessica Liepelt traut sich mit Business-Kleidung für Frauen zum zweiten Mal, sich selbstständig zu machen. Auf etailment.de berichtet sie, wie sie sich online herantastet und wie ihr dabei Amazon helfen soll.

Frau Liepelt, wie ist Ihr persönlicher Hintergrund?
Ich habe eine Ausbildung zur Schnitttechnikerin absolviert und Textildesign studiert. Bevor ich liepelt.design gestartet habe, habe ich gut 20 Jahre lang die Marke personal affairs entwickelt und verantwortet.

Wie kamen Sie darauf, Business-Kleidung für Frauen zu designen?
Mode hatte für mich anfangs etwas mit Verkleiden zu tun. Eine Haut in die ich schlüpfe und mich dann anders fühle. Das fand ich schon immer spannend. Bei näherer Betrachtung habe ich gemerkt, dass vieles auf dem Bügel toll aussieht und angezogen fand ich mich dann doch nicht so toll als "Carmen", "Safari Inspirierte" oder was gerade dran war.

Designerin Jessica Liepelt
© Tobias Koch / Amazon
Designerin Jessica Liepelt

Ich wollte lieber die sein die ich bin, mich damit gut fühlen und auch so aussehen. Ich finde das macht die persönliche Wirkung aus, privat und im Job. Sich zeigen, sich einbringen um mitzugestalten ist für mich Teil von Glück und Erfolg. Die passende Kleidung ist dabei unsere äußere Hülle. Mit der Wahl unseres Outfits entscheiden wir, was wir der Welt heute von uns zeigen wollen, wie wir auf sie zugehen und was wir von ihr erwarten. Kleidung ist Teil unserer unterbewussten Kommunikation, der ja zunehmend Bedeutung zugestanden wird.

Das ist nicht immer gleich und deshalb haben wir eine Auswahl an Formen und Farben kreiert, die der Mutter, der Schwester, der Geschäftsfrau, der Vorgesetzten, der Kollegin, der Pädagogin und all denen die noch in uns stecken, eine Vielfalt an persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten bietet und gleichzeitig die Sicherheit gut angezogen zu sein, verleiht.

Ausdrucksstarke Blazer bei Liepelt Design
© Liepelt Design
Ausdrucksstarke Blazer bei Liepelt Design
Außerdem war es mir immer wichtig, dass meine zweite Haut etwas mit Qualität zu tun hat. Die Sorgfalt, die Kompetenz bei der Herstellung und zu wissen, ein Teil ist gut durchdacht, waren für mich immer wichtige Kriterien. Diese Haltung bringt automatisch Nachhaltigkeit und Slow Fashion hervor.

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© mimycri
Digitalisierung

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Ich höre immer wieder, dass Kundinnen noch Teile aus alten Zeiten im Schrank haben und diese immer noch lieben. Das freut mich dann sehr. Auch jetzt kommen Kundinnen, die das Label neu entdecken gerne wieder, weil sie diese Werte teilen und ihre Bestandsgarderobe um neue Teile ergänzen wollen.

Aus dieser Grundhaltung entstand zunächst personal affairs. Nach unserer Trennung in 2014 wurde daraus 2015 liepelt.design.
Wie waren Ihre Vorerfahrungen mit Digitalisierung und Internationalisierung?
Bisher war ich sehr offline unterwegs und habe meine Erfahrungsgrundlage aus dem klassischen Groß- und Einzelhandel. Wir sind gerade mit unserem Webshop fertig geworden und haben angefangen uns mit den sozialen Medien anzufreunden.

Auch wenn es ein Riesenunterschied ist und es Mühe macht eingetretene Pfade zu verlassen, sehe ich das Internet als große Chance für individuelle Produkte und um die eigene Zielgruppe fokussiert zu erreichen. 
Das Ganze auf online zu übertragen war schon ein gewaltiger Lernprozess. Kommunikation, Verkaufen und Sichtbarkeit funktionieren ganz anders. Ganz zu schweigen von der Artikelplanung und der Organisation der Warenflüsse. Je mehr ich lerne, desto mehr macht es mir Freude über die neuen Medien, die ja gar nicht mehr so neu sind, zu kommunizieren. Ich würde sagen, es gibt noch viel Raum nach oben.

Mäntel als Statement bei Liepelt Design
© Liepelt Design
Mäntel als Statement bei Liepelt Design

Was erhoffen Sie sich dabei von dem Amazon-Förderprogramm "Unternehmerinnen der Zukunft"?
Ganz wichtig ist mir der Austausch. Ich möchte lernen das Richtige zu tun. Ich erhoffe mir, zu lernen wie ich die notwendigen Schritte erkenne und die nötige Unterstützung bei der Umsetzung zu bekommen. Das Vortragsprogramm umfasst einen großen Radius an Themen, die alle beachtet werden wollen um von offline nach online zu kommen.


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Um wirklich ein Unternehmen zu kreieren, dass Kunden anzieht, sich trägt und im Netz eine relevante Größe erreicht. Man kann dazu ja unendlich viel finden. Was mir am Förderprogramm gefällt ist, dass die Auswahl an Themen und Vorträgen ein solides Grundwissen zu allen Aspekten vermittelt und mir damit eine Grundlage für Entscheidungen bietet, die ich vorher nicht hatte. Wenn ich Themen vertiefen möchte fällt es mir jetzt viel leichter als vor dem Start, zu entscheiden was ich möchte und ob ich es wirklich brauche. Das hilft mir dabei, es dann auch zu tun.

"Wenn ich Themen vertiefen möchte fällt es mir jetzt viel leichter als vor dem Start, zu entscheiden was ich möchte und ob ich es wirklich brauche."

Jessica Liepelt
Ein anderer Aspekt ist, mitzubekommen wie andere Frauen ihre Unternehmungen angehen, was ihre Motive und Lösungen sind. Der offene Austausch ist extrem wertvoll. Das kenne ich sonst nur aus den TwinCamps der Käthe Ahlmann Stiftung. Im Amazon-Programm kommt dazu, dass wir uns über einen längeren Zeitraum begleiten. Es ist unglaublich bereichernd, den Anfangsstand, die Überlegungen und die Entwicklung zu sehen. Dafür, daran teilhaben zu dürfen, bin ich sehr dankbar.
Was haben Sie bislang schon von ihrem Coach gelernt?
Meine beiden Coaches, die Gründerinnen Monika Velten und Alexandra Zanders von Styles4Work.com, erinnern mich daran, dass es auch die ganz vielen, kleinen Dinge sind, die zum Erfolg führen. Es geht darum den Blick mal von ganz da hinten, auf das was der nächste Schritt ist, zu wenden, die aktuellen Hindernisse aus dem Weg zu räumen und die nächsten Schritte tatsächlich anzugehen.
Sag's durch die Bluse
© Liepelt Design
Sag's durch die Bluse

Meine Coaches sind mir kompetente Gesprächspartner beim reflektieren meiner Geschäftsziele und Aktivitäten. Sie geben mir die Sicherheit das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren und stehen mir kompetent zur Seite, wenn ich Fragen zur Umsetzung der einzelnen Schritte habe. Manchmal erinnern sie mich auch daran, dass ich etwas noch nicht gemacht habe, was ich machen wollte.

Außerdem sind sie in der Handhabung des Internet erfahren und fit. Ich bekomme ganz konkrete Hilfe beim Einrichten von notwendigen Tools.

Was möchten Sie in einem Jahr erreicht haben?
Ich möchte alle Tools für mein Marketing installiert haben und diese problemlos bedienen und anpassen können. Das Zusammenspiel der verschiedenen Plattformen soll flüssig organisiert sein und ich möchte an Rückmeldungen und Bestellungen merken, dass ich meine Zielgruppe erreiche.

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