Natürlich hat „Echte Mamas“ auch einen kleinen Shop. Vor allem aber ist es Deutschlands größte Social Community für Mütter. Von diesen Müttern können auch Marken und Händler einiges lernen. Beispielsweise wie man eine  faszinierend vitale Community mit Facebook-Gruppen aufbaut. Sara Urbainczyk, eine der drei Gründerinnen von "Echte Mamas", hat für etailment den Mehrwert von Gruppen und ihre Learnings mit „Echte Mamas“ aufgeschrieben.

“Facebook ist schon lange tot” – diesen Satz höre ich oft. Sehr wahrscheinlich trifft er gerade auf die meisten Facebook-Seiten zu, aber auf Facebook-Gruppen jedenfalls nicht. Denn “Echte Mamas” mit den dazugehörigen Gruppen verzeichnet ein stetiges Wachstum. Warum das so ist und worin der Schlüssel zum Erfolg liegt, habe ich in sieben Gründen zusammengefasst.

1. Unschlagbare Reichweite

Während Seiten auf Facebook nach den letzten Anpassungen des Algorithmus schnell Teile ihrer Reichweite einbüßen mussten, sieht es für Gruppen deutlich besser aus. Gruppen sind als positive Orte des Netzwerkes anerkannt und werden als solche von Facebook auch gezielt unterstützt. Das bedeutet, dass Gruppen-Posts im Newsfeed bevorzugt ausgespielt werden. Der Grund liegt in der Qualität der Beiträge: Sie sind “meaningful interactions”, also authentische und sinnvolle Interaktionen zwischen den Mitgliedern.

Die Hauptgruppe “Wir sind Echte Mamas” hat aktuell mehr als 75.000 Mitglieder (Stand: April 2019) und ist damit die erfolgreichste Mütter-Gruppe auf Facebook.
Etwas mehr als 86 Prozent davon waren in den letzten 28 Tagen aktive Mitglieder, laut Facebook also Mitglieder, die selbst etwas gepostet haben oder einen Beitrag der Gruppe angesehen, kommentiert, oder darauf reagiert haben.
© echte mamas
In einigen thematischen Gruppen haben wir sogar noch höhere Werte. In unserer „Echte Mamas mit Kindern mit Neurodermitis“ waren in den letzten 28 Tagen sogar 98 Prozent aller Mitglieder aktiv.  

Diese Zahl ist enorm – insbesondere im direkten Vergleich zu einer durchschnittlichen Reichweite von teilweise weit unter 10 Prozent bei reinen Fanseiten.

2. Loyalität und Engagement der Mitglieder

Die Relevanz von Gruppen steigt immer dann, wenn die Mitglieder eine Community bilden, in der sie sich dauerhaft aufgehoben und mit ihr verbunden fühlen. Das funktioniert am besten in geschlossenen Gruppen.
In den Gruppen von “Echte Mamas” gibt es zahlreiche Mitglieder, die schon mehrere Jahre Teil der Community sind. Sie machen eine positive Erfahrung und verlassen die Gruppe nicht, auch wenn sie aus dem Thema “herausgewachsen” sind.

Sie bleiben viele Jahre als aktive Mitglieder Teil der Gruppe und tragen auch dann noch zu Diskussionen bei, wenn sie selbst keine Ratsuchenden mehr sind.
© echte mamas


Das Gemeinschaftsgefühl trägt zudem dazu bei, dass sich die Mitglieder trauen, offen nach Rat zu fragen. Der geschützte Raum einer geschlossenen Gruppe gibt ihnen die notwendige Sicherheit und verstärkt die Wertschätzung. Die hohe Identifikation mit der Gruppe wirkt sich zusätzlich extrem positiv auf die Gesamtmarke “Echte Mamas” aus.

3. Klar definierte Zielgruppe

Die Gruppen leben davon, dass ihre Mitglieder die gleichen Interessen haben. Damit das gewährleistet werden kann, sind Zugangsschranken unerlässlich.
Wer also beispielsweise mit einem Profil beitreten will, das nicht älter als drei Monate ist, hat bei uns schlechte Karten. Auch erfundene Namen oder die Mitgliedschaft in sehr vielen, wahllos ausgesuchten Gruppen können Indizien für Spam-Profile sein.

Bei “Echte Mamas” gibt es noch eine entscheidende weitere Hürde, die alle nehmen müssen: Es haben wirklich nur Mamas Zutritt, Männer werden leider nicht akzeptiert. Für ”Echte Papas” gibt es aber ebenso tolle Communities!
Insgesamt wird etwa jede vierte Anfrage abgelehnt. Dieser Prozess ist mühsame Handarbeit, aber er lohnt sich! Je weniger schwarze Schafe es gibt, desto besser sind die Gruppen.
© echte mamas
Die “harte Tür” ist gleichzeitig eine Versicherung für die Mitglieder, dass nur Gleichgesinnte in den Gruppen anzutreffen sind. So entsteht ein Rahmen, in dem Nutzerinnen frei und ohne Bedenken kommentieren können. In unserem Fall gibt es Nutzerinnen, die in 28 Tagen bis zu 1.000 Kommentare in der Gruppe hinterlassen.

4. Traffic für die eigene Website

Am liebsten bleiben Gruppenmitglieder in ihrem sicheren, geschlossenen Bereich. Bei thematisch passenden Beiträgen sind sie aber bereit diesen Raum zu verlassen und Links nach außen zu folgen. Dadurch wird relevanter Traffic erzeugt.
Dieser Mechanismus klingt verlockend, aber es ist Vorsicht geboten. Die Mitglieder merken schnell, wenn Gruppen ausschließlich als Werkzeug zur Weiterleitung genutzt werden.

Wir gehen mit dieser Funktion deshalb nur sehr sparsam um und posten maximal jeden zweiten Tag einen ausgewählten Artikel von unserer Website.
© echte mamas
Unsere Gruppen sind hauptsächlich für den Austausch der Community gedacht und das sollen sie auch bleiben. Aber wir nutzen das wertvolle “Insider-Wissen” aus unseren Gruppen, um wiederum relevante Texte zu schreiben. Die meisten Ideen für unsere Artikel haben wir aus unseren Gruppen gewonnen. Da macht der eine oder andere Link zurück auf die Website natürlich Sinn, das ist aber die Ausnahme.

5. Organisches Wachstum

Die Bewerbung von Facebook-Gruppen über den AdManager ist im Moment technisch noch nicht möglich. Zu Beginn von “Echte Mamas” hat die Größe der Fanpage geholfen, um einen Nutzerstamm aufzubauen. Seit gut zwei Jahren ist das aber schon nicht mehr notwendig, denn die Gruppen verzeichnen ein sehr gutes organisches Wachstum.

Neue Nutzerinnen finden “Echte Mamas” insbesondere über zwei Wege: Einerseits über eine gezielte Suche, da unsere Gruppen stark themenfokussiert sind. Andererseits über die Vorschlag-Funktion von Facebook. Gerade unsere lokalen Gruppen können so stetig wachsen.
Unsere Hauptgruppe verzeichnet aktuell alle 28 Tage ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent.
 

6. Virale Posts

Virale Posts entstehen immer dann, wenn die Reichweite einzelner Beiträge plötzlich stark ansteigt und sie über den ursprünglichen Empfängerkreis hinaus gesehen werden. Da Gruppen naturgemäß geschlossene Räume sind, können Beiträge nicht nach außen getragen werden – echte Viralität können sie also nicht erreichen.

Dennoch gibt es immer Top-Beiträge, die einen ähnlichen Effekt auslösen. Dann kommt es dazu, dass mehr als die Hälfte aller Mitglieder diese Posts sehen, auf sie reagieren oder sie sogar kommentieren. Inhaltlich folgen sie den gleichen Mustern wie “echte” virale Posts: Oft handelt es sich um Spiele oder Fragen, die zum Mitmachen animieren. Aber auch inhaltliche Themen, die viele Mütter betreffen, können zu viralen Posts werden. 
© echte mamas

7. Hochwertiges Produktfeedback

Facebook-Gruppen sind der beste Weg um Marktforschung auf Facebook zu betreiben. Die Mitglieder sind quasi eine riesige Fokusgruppe. Das Feedback der Nutzer könnte nicht unmittelbarer sein, denn es ist direkt aus dem Leben gegriffen und hat zumeist sogar schon einen Alltagstest hinter sich.

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Gerade für Unternehmen besteht die Möglichkeit, diese wertvollen Insights mit in die Kampagnenplanung mit aufzunehmen oder Produkttests durchzuführen. Das Feedback der Kundinnen ist immer ehrlich und ungeschönt, davor darf man keine Angst haben.

Über die Suchfunktion innerhalb der Gruppen kann man über den Namen eines Unternehmens innerhalb kürzester Zeit ein Stimmungsbild der Nutzer abrufen. Dieser direkte Draht zu den Konsumenten ist über andere Wege fast nicht möglich und man kommt seinen Nutzern so nah, wie noch nie zuvor.
© echte mamas
Mein Fazit:
Werden Gruppen nach stringenten Regeln geführt, sind sie genau das, was die Sozialen Netzwerke im Kern ausmacht: ein Ort, an dem sich Gleichgesinnte treffen können, Raum für Austausch haben und die Themen, die für sie relevant sind, diskutieren können. Facebook-Gruppen liefern jedem Admin spannende Insights, wertvolles Produktfeedback und sind gerade das Instrument auf der Plattform, um mit Kunden nachhaltige Beziehungen aufzubauen.
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